Eine Portion Glück bitte!

Prosit Neujahr

Von Fliegenpilzen, vierblättrigen Kleeblättern und Glücksschweinchen

Silvester steht vor der Tür und alle Jahre wieder sind wir alle auf der Suche nach dem Glück. Wir wünschen es unseren Mitmenschen, verschenken es an unsere Freunde und können es sogar an jeder Ecke kaufen. Auch selbst werden wir – hoffentlich – von zahlreichen Glückwünschen überschüttet und mit Schweinchen, Hufeisen, Rauchfangkehrern & Co eingedeckt.

glückliches Paar
Was für ein glückliches Paar: Fliegenpilz trifft Glücksschweinchen

Doch woher kommt er eigentlich, dieser Brauch?

Die Silvesternacht und der Neujahrstag

Der Tag, an dem wir das Jahresende begehen, ist nach Papst Silvester I. benannt, der eben am 31. 12. 335 n. Chr. in Rom starb. Allerdings erhielt er seine heutige Bedeutung erst relativ spät, denn das neue Jahr begann noch bis ins späte 17. Jahrhundert für gläubigen Christen erst am 6. Jänner. Im Alpenraum nennt man den Dreikönigstag auch heute noch „Großes“ oder „Hohes Neujahr“.

Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass im römischen Kalender der 1. Jänner schon 46 v. Chr. offiziell zum Jahresbeginn erklärt wurde. Erst durch Papst Innozenz XII. wurde dieses Datum 1691 nochmals bestätigt und in die Köpfe der Menschen zurückgeholt.

Neujahr in anderen Religionen

Nicht alle Religionen feiern den Neujahrstag an einem festgelegten Datum. Judentum und Islam richten sich bei der Berechnung des Jahresbeginns nach Mondjahren, die Iraner nach Sonnenjahren. Und in China beginnt das neue Jahr erst zwischen Ende Januar und Ende Februar.

Guter Rutsch
Guter Rutsch? (gefunden auf und verlinkt mit animal.press)
„An guatn Rutsch!“

Dieser vielzitierte Neujahrswunsch kommt nicht aus unserem Kulturkreis und hat auch rein gar nichts mit eisglatten Straßen oder schneebedeckten Rodelbahnen zu tun.

Vielmehr soll es sich auf das aus dem Jiddischen stammenden Wort „Rosch“ beziehen, was soviel bedeutet wie „Anfang“. Ein „Guter Anfang“ also!

Glücksbringer und ihre Bedeutung

Sehr beliebt als Bote des Glücks sind in unseren Breiten Schweinchen in jeder erdenklichen Form und Größe und aus den unterschiedlichsten Materialien.

Marzipanschweinchen
Ganz faul liegt es da, unser Glücksschweinchen aus süßem Marzipan

 

Beugelschweinchen
Knusprig braun und herrlich saftig – unsere Beugelschweinchen sind ein Glücksgedicht

Die Sau ist in europäischen Kulturen seit jeher ein Symbol für Wohlstand und Fruchtbarkeit. Schon in alten Zeiten war der wilde Eber das heilige Tier der germanischen Götter und Freya zum Beispiel trug sogar den Beinamen Syr (=Sau). Schweine wurden auch als Opfertiere für die griechische Göttin Demeter ausgesucht.

Bis heute hält sich der Volksglaube, dass man zu Neujahr einen Schweinsrüssel oder zumindest Schweinefleisch essen sollte, um im kommenden Jahr möglichst viel Glück zu haben.

 

Fliegenpilz aus Marzipan
Magische Zauberkräfte werden dem Fliegenpilz zugeschrieben

Auch der klassische rot-weiße Fliegenpilz steht ganz oben auf der Liste der Neujahrs-Glücksbringer. Der Sage nach reitet Wotan, germanischer Gott der Extase und der Erkenntnis, zur Wintersonnenwende mit seinem Gefolge durch die Wolken. Dort wo der Geifer seines Pferdes auf die Erde tropft, sollen dann Monate später Fliegenpilze sprießen. Überhaupt kannten die Germanen eine tiefe Verehrung für diesen giftigen Glückspilz. Auch verdankt er seinen magischen Ruf seiner Verbindung im Volksglauben zu Hexen und Zauberern.

 

Der Schweinebaron
Elegant bis in die Borstenspitzen – Baron von Grunzingen zu Ihrer Verfügung

Was wäre Neujahr ohne vierblättrigen Glücksklee? Dieses kleine grüne Blatt soll vor Zauberei und Hexen schützen und besitzt überhaupt unglaubliche Eigenschaften, wenn man es richtig behandelt.

Ein vierblättriges Kleeblatt ist außergewöhnlich unter seinen dreiblättrigen Artgenossen – genau wie das Glück auch außergewöhnlich ist. Es kann aber nur dann seine Magie entfalten wenn es ohne zu suchen gefunden wurde und man es weiterschenkt. Ein kleiner Tipp an dieser Stelle: kommen Sie noch heute in eine unserer Filialen – ganz ohne die Absicht zu suchen, und sie werden Ihr Glücks-Kleeblatt finden – versprochen!

 

Glückscent
Unsere Münzen sind zwar nicht aus Kupfer, aber mit Liebe geschenkt bringen sie trotzdem Glück

Der gute alte Glücksgroschen hat sich heutzutage in den Glückscent verwandelt. Wichtig dabei ist, dass die Münze aus Kupfer besteht – ein Metall, das der Göttin Venus zugeordnet ist. Aus diesem Grund soll der Glückscent die Liebesfähigkeit fördern … und überhaupt löst er allen bösen Zauber. Punkt.

Weihgroschen wurden früher zum Schutz vor Hexen an die Stalltüre genagelt oder in Hosentaschen getragen, wenn man ins Wirtshaus oder zum Viehmarkt ging. Sie sollten dabei ihren Besitzer vor Lug und Betrug bewahren.

Sicher ist, dass in allem Kleinen der Ursprung für Großes liegt und der kleine Kupfercent diesen wunderbaren Anfang symbolisiert.

Schneemänner
Liebevoll werden unsere Neujahrsdesserts von Hand bemalt: hier die Schneemänner

Marienkäfer sind ebenfalls weithin als Glücksbringer bekannt. Seit dem Mittelalter, in dem es der Gottesmutter Maria geweiht wurde, ist das kleine Krabbeltier ein Glückskäfer. Wo immer man ihn entdeckt, sollte man gut achtgeben, ihn nicht zu verletzen oder gar zu töten. Der Jackpot unter den Marienkäfer ist angeblich jener mit 7 Punkten am Rücken!

 

Hufeisen
Ein uraltes Glückssymbol – das Hufeisen (gefunden auf und verlinkt mit glückshufeisen.de)

Das Hufeisen als Glückssymbol ist auf der ganzen Welt bekannt. Es ranken sich einige Legenden darum, woher die Kraft des Hufeisens eigentlich kommt. Vieles lässt sich auf die Verehrung der Pferde in prähistorischen Zeiten zurückführen. Die Germanen opferten ihrem Gott Wotan Pferdefleisch. Das edle Tier symbolisierte mit seiner Kraft, seinem Aufbäumen, seiner wehenden Mähne das Urbild der unbezähmbaren Natur. Es wurde dennoch im Altertum domestiziert und beschlagen und war für Krieg und Arbeit unabkömmlich.

Auch Hufeisen darf man nicht suchen, lediglich finden. Am besten mit drei Hufnägeln darinnen – das bringt besonders viel Glück. Über die Art, es aufzuhängen scheiden sich die Geister: die einen meinen, es müsse mit der Öffnung nach unten angebracht werden, damit das Glück auslaufen könne, die anderen vertreten eher die Theorie, dass man das Glück – mit der Öffnung nach oben aufgehängt – besser sammeln könnte.

Die interessanteste Geschichte geht aber auf den heiligen Dunstan zurück, der ein geschickter Hufschmied gewesen sein soll. Einmal kam es, dass er des Teufels Huf beschlagen musste und dabei schlug er so hart zu, dass der Höllenfürst wimmerte und um Gnade bat. Dunstan aber nahm ihm das Versprechen ab, all jene Menschen fortan zu verschonen, die ein Hufeisen bei sich tragen. Ich würde sagen, der Aufwand hält sich in Grenzen und das Ganze ist doch einen Versuch wert, oder?

 

Rauchfangkehrer im Entstehen
Eine Garde frisch getunkter Rauchfangkehrer

Zu guter Letzt wollen wir noch den Rauchfangkehrer hier anführen. Ihm zu begegnen bedeutet Glück und das war früher wohl noch viel größer als heutzutage. In den Zeiten, als die meisten Häuser noch aus Holz gebaut waren und möglichst eng beieinander standen, brannte bei einem Kaminbrand schon einmal die halbe Stadt nieder. Es reichte also nicht wirklich, den Rauchfangkehrer zu sehen oder seinen Knopf zu berühren – man musste ihn schon mit nach Hause nehmen und zum Kaminkehren überreden.

Seine Rolle als Glückbringer zu Neujahr hat damit zu tun, dass die Rauchfangkehrer traditionell zu diesem Termin ihre Jahresrechnung legten und daher vielfach als erste Gratulanten im neuen Jahr auftauchten.

Rauchfangkehrer mit Leiter
Jetzt ist er fertig und strahlt mit seinen Kollegen um die Wette

Freilich gibt es noch zahlreiche andere Glücksbringer, die wir hier nicht alle aufzählen können – viele davon ganz persönliche Symbole und nur für den Einzelnen von Bedeutung. Woran auch immer Sie glauben, lassen Sie sich mit Glückwünschen überschütten und nehmen Sie davon viel Energie, Kraft und Zuversicht mit ins Neue Jahr!

Das wünschen wir Ihnen von Herzen.

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