Es klappert die Mühle…

Willkommen in der Kärntner Mühle
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… schon lange nicht mehr. Heutzutage garantiert modernste Technik für die Qualität der Mahlprodukte. Gleichgeblieben ist allerdings der Anspruch, bestes Getreide zu verwenden. Wie eben das Kärntner Korn.

 

Die Wurzeln

In der heutigen Kärntner Mühle in Viktring wird schon seit Jahrhunderten gemahlen. Erstmalig erwähnt wurde die „ …halbe Hube mit Mühle….“ in einer Urkunde aus dem Jahre 1375. Damals ein Lehen an das Stift Viktring, änderte sie zwar ihre Besitzer, aber das Mühlrad drehte sich all die Jahre weiter.

Viktring bei Klagenfurt
Alte Ansicht von Viktring mit Blick auf die Landeshauptstadt Klagenfurt – (Bild gefunden auf und verlinkt mit www.ak-ansichtskarten.de)

1877 endlich übernahm die Familie Kropfitsch die Mühle und heute führt Martin Kropfitsch in 5. Generation gemeinsam mit seinem Partner Otto Glanzer das Unternehmen.

Otto Glanzer seinerseits entstammt einer Müllersfamilie aus Oberkärnten. 1905 erwarb sein Urgroßvater, Sebastian Glanzer, die ehemalige Hopfgartner Mühle (1177 erstmals urkundlich erwähnt) in – wie könnte es anders sein – Mühldorf im Mölltal. Im selben Jahr kam auch sein Sohn, Otto, zur Welt, der 1938 der Glanzer Mühle noch die Spittaler Kunstmühle hinzufügte und den Betrieb modernisierte.

Glanzer Mühle
Die Spittaler Kunstmühle wurde dem Stammbetrieb 1938 von Otto Glanzer zugeführt

Gemeinsam stärker

Im Jahr 2013 beschlossen Martin Kropfitsch und Otto Glanzer gemeinsame Sache zu machen und im August jenes Jahres war es soweit. Aus einem potenziellen Konkurrenten innerhalb Kärntens wurde somit ein Partner und auch die effizientere Nutzung der Anlagen und der Logistik resultiert aus diesem Zusammenschluss. Das Know How beider Betriebe fließt heute in der Kärntner Mühle zusammen und garantiert höchste Produktqualität aus regionaler Herkunft.

Martin Kropfitsch und Otto Glanzer
DI Martin Kropfitsch und Otto Glanzer taten sich 2013 zusammen

Otto Glanzer: „Die Kärntner Mühle steht für einzigartige Kärntner Qualitätsprodukte, für die Vereinigung von Know How, Sorgfalt und Innovationskraft zu einem gemeinsamen Ziel: unseren Kunden mit Sicherheit das beste Mehl zu bieten.

Kärntner Mehl
Kärntner Mehl hat Kraft – (Bild gefunden auf und verlinkt mit www.mehr-wert.at)

Das Ziel

Wir möchten vor allem der erste regionale Ansprechpartner sein, aber auch österreichische und internationale Unternehmen mit unserer Qualität und unserem lösungsorientierten Handeln überzeugen“, so Martin Kropfitsch und Otto Glanzer im Interview. Dabei setzen die beiden auf innovative Produkte, um sich klar von der Massenindustrie abzuheben.

Wer sorgt für unser gutes Mehl?

Wir wollen gerne von ihnen wissen, wie viele Menschen in ihrer Mühle zu tun haben, um unser Mehl zu produzieren:

Wir beschäftigen 30 Mitarbeiter, wobei die meisten schon seit langem im Team sind. Unser Betriebsleiter zum Beispiel, Herr Guido Muschlin, ist seit 1985 im Unternehmen und sein Vater Erwin, der noch zu Zeiten der Kropfitsch-Mühle (Anm.: Vorläufer der Kärntner Mühle bis zum Zusammenschluss im Jahr 2013) in Pension gegangen ist, arbeitet heute noch geringfügig mit. Sogar Guido’s Sohn René ist als Diplomingenieur der Elektrotechnik seit 2013 im Unternehmen tätig.

Müllermeister Andreas Rumpold
Andreas Rumpold, Müllermeister. Seine Leidenschaften außerhalb seiner Tätigkeit in der Mühle sind seine Familie und Eishockey – (fotocredit: M. Assam – www.kaerntenphoto.at)
Kornelija Lekovic
Kornelija Lekovic ist für die Kontrollen im Labor zuständig – (fotocredit: M. Assam)
Stefan Zauchner
Stefan Zauchner ist wohl der fitteste Müllermeister in ganz Kärnten – und großartig in seinem Beruf – (fotocredit: M. Assam)

Wie schwer ist es eigentlich, heutzutage Fachkräfte für die Mühle zu finden? Ist Müllermeister ein Beruf mit Zukunft?

Otto Glanzer dazu: „Es ist leider sehr schwer geworden, Fachkräfte zu finden. Als Müller ist man daher sicher sehr gefragt – vor allem wenn man bereit ist, sich regelmäßig weiterzubilden und seinen Lebensmittelpunkt zur Arbeitsstätte zu verlegen. Der Lehrberuf des Müllers heißt heute übrigens „Verfahrenstechniker der Getreidewirtschaft“ und natürlich gibt es auch noch die Ausbildung zum Müllermeister.

Das „Lieblings-Kind“

Habt Ihr Produkte, auf die Ihr besonders stolz seid?

Otto Glanzer: „Unsere „Kärntner Korn“-Initiative ist sicher ein Vorzeigeprojekt in Österreich. Dabei haben wir zur Zeit 80 landwirtschaftliche Partner-Betriebe in Kärnten mit im Boot, die für uns das Getreide anbauen. Wir lassen überdies dessen Herkunft von einer akkreditierten Kontrollstelle überprüfen. Dies machen freiwillig und beugen damit eventuellen Zweifeln unserer Kunden vor.

Davide Vasta
Davide Vasta kam von Sizilien nach Kärnten. Er organisiert das Kleinpackungs-Lager und liebt seine Vespa – (fotocredit: M. Assam)
Gashi Burim
Gashi Burim lebt in Viktring und fährt außerhalb des Dienstes auch sehr gerne schnellere Fahrzeuge – (fotocredit: M. Assam)
Anton Kogoj
Anton Kogoj aus Ebental hat nicht nur Kraft in den Armen. In seiner Freizeit schwingt er sich am liebsten aufs Mountainbike – (fotocredit: M. Assam)

Und wie ist das Ganze entstanden?

Martin Kropfitsch: „Die Idee dazu wurde gemeinsam mit Martin Wienerroither geboren. Wir konnten DI Grünanger von der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Klagenfurt gleich von dem Konzept begeistern und er hat dann den Part übernommen, die Verträge mit den Landwirten abzuschließen.

Heute ist das Kärntner Korn vom Markt gar nicht mehr wegzudenken und auch in unserer Backstube kommt es natürlich zum Einsatz. Ob im Mehlwagen oder in der 1 kg Packung – drinnen steckt nicht nur Kärntner Getreide, sondern auch das gute Gefühl, etwas zur Stärkung unserer Region beigetragen zu haben.

Lagerung des Mehls

Übrigens – haben die Experten auch einen Tipp zur richtigen Mehllagerung?

Das ist eigentlich sehr unkompliziert“, so Martin Kropfitsch. „Hauptsache trocken und bei Raumtemperatur – am besten einfach in der verschlossenen Originalverpackung– lagern. Und das im Idealfall nicht über Jahre: Getreide wächst schließlich ständig nach und unsere Mühlen mahlen …. 😉 “

Helmut Mirnig
Helmut Mirnig bringt auch uns das Mehl – wenn er nicht gerade um Maria Wörth auf die Jagd geht – (fotocredit: M. Assam)

Feierabend is‘ . . .

Und wenn die Mühlen gerade mal nicht mahlen? Was macht Ihr sonst noch leidenschaftlich gerne?

Otto Glanzer: „Ich liebe Sport. Alles, was nur irgendwie in diese Kategorie fällt, hab ich schon ausprobiert. Jede Saison gibt’s einen neuen Favouriten: Mountainbiken, Rennrad fahren, laufen, im Fitness-Studio trainieren, skaten, in die Berge gehen, Tennis spielen, klettern, skifahren, tourengehen… – ich kann einfach nicht genug bekommen. Außerdem betreibe ich nebenbei zwei Fitness-Studios in Mühldorf und Graz und auf der Jagd bin ich auch gerne. Damit führe ich noch eine alte Familientradition der Glanzer-Männer fort.

Martin Kropfitsch: „So viel Zeit für Sport hab ich nicht. Ich bin schließlich Familienvater von drei Kindern. Meine Frau Isabella arbeitet übrigens auch in unserer Mühle mit.

Unser aller Leidenschaft ist das Segeln. Ob einfach so zum Spaß im Urlaub oder auch wettkampfmäßig – meine Kinder sind auch schon mit dem Virus angesteckt. Im Winter verlegen wir uns auf Eishockey und Skifahren.

Zu guter Letzt

Ganz zum Schluss möchten wir natürlich noch wissen, wie Ihr die Zusammenarbeit mit der Bäckerei Wienerroither empfindet?

Martin Kropfitsch: „Solange ich mich zurückerinnern kann, haben wir den Wienerroither in Pörtschach schon mit Mehl versorgt. Anfänglich als eine von mehreren Mühlen, seit Ende der 90er Jahre als Exklusiv-Versorger. Unsere Zusammenarbeit erscheint mir vorbildlich. Ich wünschte ich hätte mit allen Kunden solch ein freundschaftliches Verhältnis. Wir sind ausgesprochen zufrieden!

Tine
Und schlussendlich landet das Mehl aus der Kärntner Mühle in unserer Backstube … und in Deinem Magen – (fotocredit: M. Assam)

 … wir übrigens auch 😀

 

Herzlichen Dank für das Interview!

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