Nach Linz und wieder zurück – mein Tagebuch zum Lehrlingsaustausch

Alexander Moser, Konditor beim Wienerroither
Statistik: 
6.5K
Aufrufe
|
73
Shares
Social Sharing powered by flodjiShare

Die Bäckerei Wienerroither möchte seinen Lehrlingen eine fundierte und hochwertige Ausbildung ermöglichen. So bieten sie den Lehrlingen im Unternehmen die Möglichkeit, an einem Lehrlingsaustausch teilzunehmen, das heißt, ein Lehrling der Bäckerei Wienerroither wechselt für einen Zeitraum von ca. 2 Wochen in einen anderen Bäckerei-Betrieb. Im Gegenzug dazu, darf ein Lehrling jenes Betriebes in den Arbeitsalltag der Bäckerei Wienerroither hineinschnuppern. Heuer durfte ich an einem Lehrlingsaustausch teilnehmen. Was ich alles Tolles erlebt habe, können Sie hier in meinen Tagebuch lesen …

Davor möchte ich mich aber kurz vorstellen. Mein Name ist Alexander, ich komme aus Villach und bin derzeit im 3. Lehrjahr im Bereich Konditorei bei der Bäckerei Wienerroither.

Meine Kollegin Sancia und ich bei der Arbeit!
Meine Kollegin Sancia und ich bei der Arbeit!

Für einen Lehrling ist es wichtig, nicht nur im gewohnten Umfeld zu lernen, sondern auch einmal die Fühler auszustrecken um etwas Neues kennenzulernen. Mein Lehrlingsaustausch führte mich nach Linz zur Naturbäckerei „Honeder“.

 

Der Trip nach Linz kann losgehen

Zwei Wochen lang dauerte mein Lehrlingsaustausch und der Startschuss für mein Abenteuer fiel am Montag, den 17. August 2015. Herr Sternath, langjähriger Mitarbeiter der Bäckerei Wienerroither, holte mich Montagmorgen am besprochenen Treffpunkt in Villach ab und gemeinsam machten wir uns auf den Weg nach Linz. Ich war natürlich aufgeregt, eine neue Arbeitsumgebung, neue Kollegen, neue Aufgaben, neue Herausforderungen und neue Arbeitsschritte erwarteten mich.

Mit einem kurzen Zwischenstopp erreichten wir gegen Mittag Linz. Dort wurden wir bereits erwartet und herzlich begrüßt – vielleicht lag das aber auch daran, dass wir einen echten Wienerroither „Kärntner Reindling“ im Gepäck hatten! Der Konditormeister Ernst führte Herrn Sternath und mich durch das Unternehmen. Es erschien mir eher klein – insgesamt sind 4 Mitarbeiter beschäftigt. Nach dem kurzen Rundgang verabschiedete sich Herr Sternath auch schon und fuhr mit Elisabeth, ihres Zeichens Lehrling bei meinem „Gastbetrieb“, zurück nach Pörtschach. Ich durfte nun ihre Stelle in der Naturbäckerei „Honeder“ einnehmen, während sie mich in der Bäckerei Wienerroither vertrat.

Mit Ernst besichtigte ich noch die weiteren Filialen in Linz, danach ging es zum Pizza essen und ich konnte mein Zimmer beziehen. Da hatte ich besonders viel Glück. Meine Unterkunft befand sich in der Nähe des Fußballstadions des LASK – ich konnte am Abend sogar ein Training beobachten.

Die Aufregung steigt

Dienstagmorgen, so um 5:30 Uhr, holte mich meine neue Arbeitskollegin Pamela ab und wir fuhren gemeinsam zur Arbeit. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich ziemlich aufgeregt war. Mir wurden die ersten Handgriffe gezeigt und dann durfte ich auch schon ran an den Apfelstrudel. Eigentlich eine Arbeit, die mir leicht von der Hand geht, aber ich musste mich erst mit der Ausrollmaschine anfreunden. Beim Schaumrolleneinwickeln konnte ich mit meiner bereits gesammelten Erfahrung punkten. Auch bei der Müsli-Zubereitung durfte ich mithelfen.

Der Arbeitstag verging wie im Flug und am Nachmittag machte ich Linz bei einem Städtetrip unsicher.

 

Mein Geburtstag

Der Mittwoch war ein besonderer Tag für mich, denn ich hatte Geburtstag. Schon am Morgen wurde ich beglückwünscht und sogar Herr Honeder gratulierte mir. Weitere Glückwünsche kamen von der Firma Wienerroither, darüber freute ich mich besonders.

Die Glückwünsche zu meinem Geburtstag!
Die Glückwünsche zu meinem Geburtstag!

Auch an diesem Tag durfte ich wieder bei der Müslizubereitung helfen und auch bei der Produktion des Marillenfleck hineinschnuppern.

Nach der Arbeit stand mein „Geburtstagsessen“ an. Meine Kollegen und ich gingen ins „Vapiano“ und feierten gemeinsam meinen Geburtstag. Nach dem Essen besuchten wir das „ars-elektronica center“, eine sehr interessante Sehenswürdigkeit in Linz.

 

Donnerstag ist Strudeltag

Der Donnerstag entpuppte sich als ein Strudelarbeitstag – die Produktion des Apfelstrudels zählt zu meinen Favoriten, inzwischen auch in dieser Firma, denn ich hatte mich mit der Ausrollmaschine bereits angefreundet.
Heute durfte ich auch die Produktion unserer Wienerroither Zupfreindlinge erklären und wieder an der täglich anfallenden Arbeit mithelfen. Der Arbeitstag verging sehr rasch.
Für mich als Lehrling ist es natürlich wichtig, viele verschiedene Arbeiten zu erledigen, denn dann kann ich immer mehr dazulernen und mich verbessern.

Am Nachmittag nahm mich meine Kollegin mit zum Shoppen in die Plus-City, ein riesiges Einkaufszentrum außerhalb von Linz. Ich nutzte die vielen Abverkaufsangebote, um meinen Kleiderschrank in Kärnten aufzufüllen.

 

Eine Woche liegt hinter mir

Es ist Freitag, der letzte Arbeitstag in dieser Woche. Bereits am Morgen wurde ich von meinen Kollegen aufgezogen, weil ich am Vortag so viele Klamotten gekauft habe.
Auch am Freitag durfte ich meine Kollegen tatkräftig unterstützen, wir fertigten Strudel, Müsli und noch viele weitere Produkte an, bevor das wohlverdiente Wochenende rief.

Freitagnachmittag machte ich mich auf den Weg ins Fußballstadion – ich freute mich schon auf ein packendes Spiel des Traditionsclub LASK Linz gegen Austria Salzburg. Die Stimmung war perfekt und LASK gewann mit 2:0.

Wienerroither Alexander Eintrittskarte
Meine Eintrittskarte für das Spiel LASK Linz vs. SV Austria Salzburg

Wienerroither Alexander Stadtion
Heute mal ein Spiel in der Gugl ansehen!

 

Wochenende

Ein freies Wochenende, das bedeutet zwei Tage zum Ausschlafen. Am Samstag besuchte ich das Krone Festival am Linzer Hauptplatz. Am Sonntag ließ ich die Seele an der Donau baumeln und schaute mir ein spannendes Beachvolleyball Tournier an.

 

Eine neue Arbeitswoche

Die Arbeitswoche beginnt von neuem: Ich war schon gespannt, welche Arbeiten zu erledigen sind und was ich Neues dazu lernen werde. Die Strudelproduktion wurde mit fixen Handgriffen erledigt. Heute durfte ich die Produktion unserer Wienerroither Zupfreindlinge zeigen und durchführen. Nicht nur die Backöfen, sondern auch die Gärräume stellten mich vor Probleme. Die Reindlinge waren zwar genießbar aber nicht perfekt.

 

Es stellt sich Routine ein

Ein netter Arbeitsstart mit Routinearbeit. Auch Schaumrollen, eine meiner Lieblingsbeschäftigungen, wurden wieder gefertigt. Mit Pamela durfte ich Lebkuchenwürfel tunken und verzieren. Diese sind in Linz sehr beliebt. Dann startete ich einen weiteren Versuch mit den Zupfreindlingen. Dieser ging leider daneben. Nachdem die Produkte viel zu lange im Backofen waren, wurden sie – naja sagen wir so, „etwas gar zu braun“. Aber mir bleiben ja noch 3 Tage, um den Wienerroither Zupfreindling zu machen.

Den Nachmittag verbrachte ich am Minigolfplatz.

 

Die Causa Zupfreindling

Ein Arbeitstag gefüllt mit der Herstellung von Apfelstrudel und Müsli – die Arbeit geht leicht von der Hand und macht viel Spaß. Auch die Zupfreindlinge gelingen mir besser und schmecken gut.

Am Nachmittag besuche ich mit Ernst die Aussichtsplattform von Linz, genannt „Höhenrausch“. Am höchsten Punkt hat man einen wunderbaren Ausblick über die Stadt. Es war ein schönes Gefühl, hier zu stehen.

 

Mein vorletzter Arbeitstag

Der vorletzte Arbeitstag stand ganz im Zeigen der Schaumrollen-Produktion. Weiters durfte ich selbstständig Milchrahmstrudel und Mürbteigherzen machen.

Am Nachmittag musste ich meinen Koffer wieder packen – wobei es sehr schwierig wurde, meine ganzen Einkäufe unterzubringen.

Wienerroither Alexander Aussicht Linz
Die ganze Stadt überblicken!

Heimreise nach Kärnten

Ich freue mich auf zu Hause, die Heimreise kann beginnen. Bevor Ernst mit mir Richtung Pörtschach heimfuhr, stand noch eine kurze Arbeitseinheit bevor und natürlich der Abschied von meinen Kollegen. Nach 3 Stunden erreichten wir unser Ziel.
Ernst wurde auch bei uns durch den Betrieb geführt und ich konnte mich mit Elisabeth unterhalten.

 

Lehrlingsaustausch – ja bitte!

Es waren für mich zwei wundervolle Wochen mit vielen neuen Erfahrungen und jeder Menge Spaß. Ich musste mich anpassen und lernen, da in jedem Betrieb auf verschiedene Art und Weise gearbeitet wird.
Ich bin froh, dass ich den Lehrlingsaustausch machen durfte, ich würde es sofort wieder tun und es auch jeden anderen Lehrling empfehlen!!

Statistik: 
6.5K
Aufrufe
|
73
Shares
Social Sharing powered by flodjiShare

Schreibe einen Kommentar