Der Ruf des Wilden Westens

Maylin, Reinhard und Vanessa

Im Mai 2018 hatten wir einen Spion in unserer Backstube: Reinhard Veider, Bäckermeister beim Ruetz in St. Anton am Arlberg wollte hinter das Geheimnis unseres herrlich knusprigen Baguettes kommen und hat uns hier am See besucht.

In die Alpen zurückgekehrt ist er mit unserem Know How und etwas französischem Mehl. Hinterlassen hat er eine Einladung an Vanessa zum Bäcker-Austausch doch einmal nach Tirol zu kommen. Ein großartiges Angebot, das frau natürlich nicht abschlagen konnte!

„Gemeinsam sind wir stärker“, dachte Vanessa und beschloss kurzerhand, ihre Kollegin Maylin zum Ruetz mitzunehmen. Beide Wienerroither-Bäckermädels fuhren also am 6. Jänner dieses Jahres an den Fuß des Arlbergs, um bei einem der wohl renommiertesten Bäcker Tirols eine Woche lang mitzuarbeiten und möglichst viel Neues kennenzulernen. Neugierig genug sind sie ja!

Der Ruetz

Der Bäcker Ruetz legt – genauso wie der Wienerroither – sehr viel Qualität auf regionale Rohstoffe. So wird Getreide eigens mit Vertragsbauern in Tirol angebaut, Eier, Milch, Topfen kommen aus der unmittelbaren Umgebung und sogar ein paar eigene Hühner laufen im Hof herum.

DER Brotbäcker Tirols bietet seinen Kunden eine unglaublich große Sortimentsvielfalt , zählt er doch mit 48 Filialen zu den Großen seiner Branche und trotzdem: alles wird mit der Hand gewirkt. Das hat Vanessa und Maylin besonders fasziniert.

Bisch a Tirola, bisch a Mentsch…

Nach anfänglichen Sprachproblemen – besonders Maylin konnte die Nicht-Tiroler unter den Bäckern besser verstehen 😜 – und einer kurzen Gewöhnungsphase an das späte Frühstück, dauerte es gar nicht lange, und die Mädels waren zwei vom Ruetz-Team.

In der Backstube
Teamarbeit
Blick aus der Backstube ins Café
Die Backstube und das Café sind durch eine große Glasfront verbunden. 100 % Durchblick!

Gearbeitet wurde in der Nacht und unter all den Köstlichkeiten stach für unsere beiden leidenschaftlichen Brothandwerkerinnen besonders der Arlbergspitz heraus, den wir Euch hier kurz vorstellen wollen:

Der Arlbergspitz

Dieses ca. 30 cm lange Wurzelbrot besteht hauptsächlich aus Weizenmehl, sehr wenig Hefe, Unmengen an Eis und gekühltem Wasser. Daher braucht es zusätzlich zur extrem langen Misch- und Knetzeit auch eine lange Teigruhe – je länger desto besser.

In der Ruetz Backstube darf der Teig 24 Stunden lang rasten. Und wer so lange ruht, der will möglichst zärtlich aufgeweckt werden. Daher machen die Bäcker nicht viel Aufhebens um den weichen Teig, sie formen in sanft ohne ihn vorher „zusammenzuschlagen“, wie es im Fachjargon heißt. Gleich danach werden die Arlberspitz dann auf der heißen Steinplatte gebacken. Fertig.

Von Peru nach Tirol

Eigentlich fast so, wie am Alpamayo, einem 5.947 m hohen eindrucksvollen Bergriesen im Norden der peruanischen Cordillera Blanca. Dort nämlich hat der passionierte Bergmensch Reinhard einen Einheimischen dabei beobachtet, wie er Mehl, Wasser und Salz stundenlang geduldig mit der Hand durchknetete. In Erwartung, einen Schmarrn vorgesetzt zu bekommen, staunte der Bäckermeister nicht schlecht, als er am nächsten Tag das daraus gebackene Brot zu kosten bekam. Es sah nicht nur unwiderstehlich gut aus, nein, es schmeckte auch noch himmlisch. Mit dieser Idee in der Tasche trat er die Heimreise an und begann – kaum zu Hause angekommen – damit zu experimentieren. Der heutige Arlbergspitz ist also das wunderbare Ergebnis dieser Expedition auf die Südhalbkugel.

Schnee, Schnee … nix als Schnee

Selbstverständlich ging es auch für Vanessa und Maylin in ihrer Freizeit hinauf auf den Berg – den Arlberg versteht sich! Bestens ausgerüstet und gut behütet von Sam, Reinhards Lawinenhund, konnte auch bei der heurigen Schneelage nichts passieren.

Sam
Lawinenhund Sam – der Herzensbrecher!
Maylin versinkt im Schnee
Herz was willst Du mehr? Tiefschnee untouched!
Vanessa ist müde.
Na, könnt Ihr Vanessa erkennen?

Überhaupt scheinen die Tiroler Bäcker für solch extreme Wettereignisse gerüstet. Der Bergretter und Bäckermeister Reinhard – hat nach eigener Aussage nämlich eine Direktleitung zum Bürgermeister, so dass das Ruetz-Gebäck auch an schneereichen Tagen zu den Hotels geliefert werden kann.

Schneeschaufeln war angesagt

Obwohl … in diesem Jänner wäre ein rotes Telefon zum Hl. Petrus wohl besser gewesen!

PS: Ein RIESEN-DANKESCHÖN an Reinhard und das gesamt Ruetz-Team für die überaus freundliche Aufnahme unserer Bäckermädels. Es war ein großartiges Erlebnis für Vanessa und Maylin!

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