Der Bäck vom See wird 50

Wir gratulieren dem vielbeschäftigen Bäckermeister, Brothandwerker und Brotsommelier – dem Bäck vom See – zum runden Geburtstag!

Die Anfänge des Martin W.  – Versuch einer Rekonstruktion:

Der 16. Juli 1971 beginnt für Helga Wienerroither wie jeder andere Tag auch. Der Wecker läutet pünktlich: 2:30 Uhr früh. Das Bücken fällt schon etwas schwer, aber sie steht trotzdem in aller Herrgottsfrühe auf, wie es sich für eine Bäckermeistersgattin eben gehört, und beginnt ihren Arbeitstag.

Am Vormittag unterbricht Helga ihre Schicht kurzfristig, um gemeinsam mit ihrem geliebten Bäckermeister nach Klagenfurt ins Sanatorium Maria Hilf zu fahren. Die Wehen haben eingesetzt.

Streng nach Protokoll erblickt Martin jun. dann gegen Mittag das Licht der Welt, was seiner frischgebackenen Mutter ermöglicht, rechtzeitig zum Abendgeschäft wieder in bewährter Manier im Café die herrlich-dekadenten Wienerroither-Eisbecher anzurichten und Erdbeermilch zu mixen…. 

Der Bäck vom See vor ein paar Jahrzehnten - ©Familie Wienerroither
Martin – von Anfang an ein Charmeur

Naja, ganz so flott ging es dann doch nicht, aber sehr lange dauerte die Auszeit von Mutter und Kind im Juli 1971 keinesfalls. Schließlich waren die Sommersaisonen am Wörthersee in den 70er-Jahren legendär und jede helfende Hand wurde dringend gebraucht. 

Fakt ist, dass nach dem feierlaunigen Umzug der „Wienerroither Bäcken“ entlang der Hauptstraße mit Ziehharmonika und anschließendem Umtrunk in diversen Pörtschacher Lokalen die Brotwecken am nächsten Morgen etwas schief ausfielen. Hicks! 

Aber daran erinnert sich heute wohl kaum noch jemand. 

Der Bäck vom See mit seiner großen Schwester - ©Familie Wienerroither
Große Schwester, kleiner Bruder: Marianne und Martin zu Beginn der 70er Jahre

Der Bäck vom See wird 50 – Rückschau und Ausblick

1971 – In Österreich sitzt Bundeskanzler Kreisky fest im Sattel, der Vietnam-Krieg ist in vollem Gang, in Vancouver wird die Umweltschutzorganisation Greenpeace gegründet, die Schulden für die Golden Gate Bridge in San Francisco sind endlich abbezahlt, in Seattle öffnet das erste Starbucks-Café und John Lennon singt „Imagine“, während die Astronauten Scott und Irwin der US Apollo 15 erstmals mit einem Elektroauto auf der Mondoberfläche herumkurven. 

Der Bäck vom See wie er leibt und lebt - ©Kaerntenphoto | M & M Assam

In diesem denkwürdigen Jahr also erblickt unser Bäck‘ vom See das Licht der Welt. 

Nun, Elektroautos sind ja heutzutage wieder sehr in Mode und auch Martin ist ganz und gar nicht altmodisch, sondern setzt Trends rund um das Bäckerhandwerk

Ob er mit seiner Ausbildung zum Brotsommelier das Augenmerk wieder mehr auf den Wert des Brotes lenkt, oder sich laufend für Projekte engagiert, die Menschen zusammen bringen – er liebt es, nach vorne zu blicken und Neues auszuprobieren. Mehlverstaubtes Bäckerimage adé. 

Wir gratulieren dem vielbeschäftigen Bäckermeister und Brothandwerker von ganzem Herzen zum runden Geburtstag und haben die Gelegenheit genützt, ihm gleich ein paar Fragen zu stellen: 

Der Bäck vom See x 2 - ©Familie Wienerroither
Gleich zweimal der Bäck vom See – Vater und Sohn Wienerroither

Zeit für ein kurzes Resümeé 

Wenn Du zurückblickst – würdest Du etwas anders machen? 

Nein, bis auf ein paar Kleinigkeiten würde ich meinen Weg wieder genauso gehen. Bis jetzt war es immer spannend, und das mag ich.
Ich bin auch sehr froh, dass ich in meinem Leben so viele verschiedene Tätigkeiten ausprobiert habe. Das ermöglicht mir,verschiedene Perspektiven zu sehen, und bewahrt mich ganz sicher vor „Scheuklappen-Denken“. Ich bin aber sowieso grundsätzlich jemand, der nicht gerne in einen Trott verfällt, sondern sich lieber immer wieder neu orientiert. Täglich dieselbe Strecke beim Mountainbiken – das wär nichts für mich. Da verirr ich mich lieber einmal in der „Pampa“, komme aber dafür mit neuen Eindrücken zurück. 

Woher kommt Dein Antrieb? 

Das klingt aber für viele sicher auch anstrengend. Woher nimmst Du Deine Energie? 

Am meisten Energie kommt natürlich aus erfolgreichen Projekten. Ich bin stets sehr neugierig und halte meine Fühler ausgestreckt. Wenn mich dann eine Idee nicht mehr loslässt, ich mich dafür mit allen Kräften einsetze und das Ganze geht auf – das gibt Freude und Antrieb für Neues. Abseits des Betriebes schenken mir meine Familie und meine Freunde sowie sportliche Betätigung in der Natur Ausgleich und Kraft. 

Aktuelle Herausforderungen 

Was findest Du im Moment besonders herausfordernd? 

Ich bin überzeugt, dass der Erfolg eines Betriebes mit kompetenten und motivierten Mitarbeitern, die mit Eigenverantwortung und Begeisterung handeln, steht und fällt. Solche Mitarbeiter zu finden, ist unsere Aufgabe. 

Gleichzeitig müssen wir aber auch unser bestehendes Dream Team entlasten, indem wir unsere Abläufe optimieren und mehr Platz schaffen. Daher steht schon seit längererm ein Backstubenausbau bzw. -neubau an, der sich allerdings als besondere bürokratische Herausforderung erweist.

Deine Visionen 

Welche Pläne möchstest Du gerne in den nächsten Jahren umsetzen? 

Wie gesagt, das nächste größere Projekt muss die Verbesse- rung der Produktions- und Expediträume sein. Wir planen eine energie-autarke Backstube, die unseren Mitarbeitern endlich wieder genügend Platz und den Rahmen schenkt, den sie brauchen, um frei arbeiten zu können. Wo genau dies geschehen wird, wird sich in den nächsten Wochen und Monaten zeigen. Am liebsten naürlich hier in Pörtschach. 

Auch möchte ich weiterhin neue, spannende Kreationen umsetzen, wenn möglich mit Bio-Rohstoffen von lokalen Produzenten. Dabei gilt meine besondere Leidenschaft dem Brothandwerk und damit Slow Baking. 

Dein Geburtstagswunsch 

Was wünscht Du Dir zu diesem besonderen Geburtstag in Hinblick auf Euren Familienbetrieb und Deine Arbeit? 

Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Mein größter beruflicher Wunsch ist ein kompromisloses Miteinander. Ob in einer geschäftlichen Partnerschaft oder im eigenen Betrieb: Ich bin absolut überzeugt davon, dass es nur gemeinsam geht. 

Ich selbst gebe mein Bestes und das erwarte ich auch von allen, die mit mir zusammenarbeiten. Sich aufeinder verlassen zu können, ist eine Voraussetzung für gute Teamarbeit und reduziert den Stress ungemein. Es macht die Arbeit leichter – für alle Beteiligten. 

Dazu gehören Verantwortungsgefühl für das große Ganze – in unseren Fall den Wienerroither, Einsatz – auch für andere – und eine große Portion Eigeninitiative. 

Mitläufer, die nur auf ihren eigenen kleinen Bereich und sich selbst schauen, tragen nicht zum Miteinander bei. 

Ehrlichkeit und Mut, auch unangenehme Dinge anzusprechen, stehen ebenso ganz oben auf meiner Wunsch-Liste. Ein wertschätzender Ton und die Fähigkeit, dem anderen aufmerksam zuzuhören, sind dabei natürlich Grundvoraussetzung für fruchtbare Diskussionen. 

Ich möchte diese Gelegenheit also nutzen, all jenen meinen aufrichtigen Dank auszusprechen, die in diesem Sinne mit mir gemeinsam Tag für Tag den Wienerroither zu dem machen, was er ist. Auch – oder nein, eigentlich gerade – in Zeiten, in denen es Herausforderungen zu meistern gilt. 

Gemeinsam sind wir eben immer stärker! 

Herzlichst – Euer Bäck’ vom See

Der Bäck vom See und seine Frau Karin - © kaerntenphoto | M & M Assam
Die Wienerrotiher-Chefsleut’: Karin & Martin Wienerroither
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