Die Brothandwerker – Brotschafter der besonderen Art

Die Brothandwerker präsentieren sich

Wie ist das so in deinem Brotkorb? Hauptsache voll und mit richtig großen Semmeln? Ofenfrisch aus dem Supermarkt? Oder vielleicht doch lieber das Brot vom Bauern, das du direkt ab Hof erstehst?

Nun, es könnte ja auch sein, dass du lieber gleich selber bäckst – weil es dich freut, … weil das Rezept deiner Omi einfach unvergleichlich gut ist, … oder weil du es müde bist, täglich neu zu entscheiden, wo es denn nun tatsächlich ein wertvolles Brot zu kaufen gibt. „Ist eh alles dasselbe – auch beim Bäcker gibt’s nur mehr TK-Teiglinge aus China – und teurer ist’s obendrein!“, solche und ähnliche Töne hört man immer wieder.

Dass Aussagen wie diese unser Bäckerherz kränken, kann nicht weiter verwundern, oder?

Und darum haben wir uns gedacht, dass es an der Zeit ist, Klartext zu reden. Und mit dem Verwirrspiel um die Frage, was dein Bäcker eigentlich bäckt, ein für alle Mal Schluss zu machen.

Die Brothandwerker
Denn das Gute ist so nah 🙂 – alle 10 Brothandwerker mit Eckart Mandler beim Wienerroither in Pörtschach (gepostet auf und verlinkt mit Konditorei Egger)

Schon im letzten Jahr – auf einer Fußball-EM-Reise nach Paris – saßen Christian Kresse von der Kärnten Werbung und Martin zusammen vor einer französischen Schaubäckerei und sprachen über gutes Baguette und Slow Food im Allgemeinen und gutes Brothandwerk im Besonderen. Im Laufe des Gespräches wurde man sich einig: Wir müssen den Menschen zeigen, welche spannenden Bäckereien es bei uns direkt vor der Haustüre gibt, wofür sie stehen und welch unwahrscheinliche Brotvielfalt tagtäglich vor unserer Nase von unseren Bäckern gebacken wird. Die Idee von den Brothandwerkern war geboren.

Martin Wienerroither verrät uns im Interview mehr über diesen Verein. Wer ist dabei, was machen die Brothandwerker, wo sind sie zu finden?

Wer seid ihr eigentlich? Kannst du uns mehr erzählen?

“Wir sind ein Verein von 10 Bäckern aus Kärnten und Osttirol, denen ehrliches Brot wichtig ist. Gleich nach unserem Gespräch mit Christian Kresse habe ich Kollegen angerufen, ihnen von unserer Idee erzählt und sie eingeladen, mit ins Boot zu kommen.

Das Interesse war groß und schlussendlich haben sich folgende Bäcker zu dem Verein „Die Brothandwerker“ zusammengeschlossen:”

Wo sind die Brothandwerker zur finden?
Die Brothandwerker sind über ganz Kärnten und Osttirol verteilt (Karte zu finden im Brotschafter)

 

Ernst Joast
Ernst Joast – Bäckerei Joast in Lienz (Foto: “Brotschafter”, Profer & Partner)

 

Florian Egger
Der Bäcker Florian Egger in Oberdrauburg (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Thomas Matitz
Slow Food Pionier Thomas Matitz aus Kötschach-Mauthen (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Hannes Kandolf
Hannes Kandolf, der Bäcker aus Hermagor (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Johannes Weissensteiner
Johannes Weissensteiner  mit seiner Bäckerei in Bad Kleinkirchheim (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Christoph Taumberger
Christoph Taumberger, seines Zeichens Klagenfurter Traditionsbäcker (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Martin Stocklauser
Bäcker Martin Stocklauser in Weitensfeld (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Martin Vallant
Martin Vallant mit seiner Bäckerei in St. Veit (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Franz Haimburger
Bäcker Franz Haimburger in St, Michael ob Bleiburg und Umgebung (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Martin Wienerroither
Und natürlich der Wienerroither im Wörtherseeraum (Foto: “Brotschafter”, Arnold Pöschl)

 

Genauer vorgestellt werden die einzelnen Bäcker übrigens hier oder – inklusive Karte mit den Standorten – im Brotschafter … aber mehr dazu später.

Was ist, wenn es noch weitere interessierte Bäcker gibt, die sich Euch gerne anschließen möchten?

Selbstverständlich sind wir für weitere Handwerksbäckereien offen, die unsere Philosophie mittragen und sich uns anschließen wollen. Herzlich eingeladen! Schließlich möchten wir ein möglichst enges Netzwerk schaffen, damit jeder Brotgenießer auch Zugang zu einem Brothandwerker hat.

Übrigens – Ganz wichtig ist es uns Brothandwerkern zu erwähnen, dass jeder einzelne sein individuelles Brotsortiment bäckt – was uns verbindet, ist unsere Philosophie, sind unsere gemeinsamen Grundsätze.”

Kannst du uns näher beschreiben, was diese Philosophie ausmacht?

“Es ist eigentlich ganz einfach: Wir sprechen ein klares NEIN aus zu Brot und Gebäck „aus dem Bräunungsstudio“ (Zitat Christian Kresse), das zuvor hunderte Kilometer weit angereist ist.

Unser Motto lautet „gut, sauber, fair“ und wir wissen – gemeinsam sind wir stark! Mit rund 50 Bäckereifachgeschäften – über Kärnten und Osttirol verteilt – geben wir allen KärntnerInnen die Möglichkeit, gutes, ehrliches Brot einzukaufen.

„Und was ist das, ehrliches Brot?“, werdet ihr Euch vielleicht fragen? Nun, wir haben unsere Gebote festgelegt und jeder Brothandwerker hält sich zu 100 % daran:

  1. Wir geben dem Brot ganz viel Zeit, Geschmack zu entwickeln
  2. Wir verwenden ehrliche Zutaten
  3. ZERO (also absolut KEINE) Zusatzstoffe, industrielle Backmittel, künstliche Aromen und zugekaufte Teiglinge
  4. Regionale Rohstoffe haben Vorrang, garantiert ascorbinfreies Mehl aus österreichischem Korn ist selbstverständlich
  5. Wir backen nach traditionellen Herstellungsmethoden mit Vorteigen, Sauerteigen und langen Teigführungen
  6. 100 % Eigenproduktion in unseren Backstuben
  7. Wir legen Wert auf Transparenz und Authentizität – wir stehen persönlich gerade für das, was wir tun
  8. Wir arbeiten zusammen, d.h. wir teilen unser Wissen und unterstützen uns gegenseitig
  9. Wir lieben unser Handwerk und sind offen für Weiterbildung auf diesem Gebiet
  10. Wir schätzen durchgängige Kommunikation und Kooperation aller Beteiligten auf dem gesamten Weg von der Saat bis hin zum Brotkörberl
  11. Wir wenden uns gegen eine zentralisierte, industrielle Land- und Nahrungsmittelwirtschaft
  12. Wir stehen für eine Wirtschaftsweise, die auf der Kultur des fairen, friedvollen Handelns beruht

Dass sich bei uns in Kärnten im Bereich Slow Baking was tut, hat der Falstaff übrigens bereits im Feber festgestellt: Hier geht’s zum Artikel.”

Kann man euch eigentlich auch außerhalb Kärntens antreffen?

“Ja, wir werden am 10. März 2018 im Rahmen des Brotfestivals „Kruste & Krume“ im Kursalon Hübner in Wien vertreten sein. Dieses Festival, das von Barbara van Melle, initiiert wurde, gibt „dem Brot die Zeit zurück“ und stellt dieses traditionelle Grundnahrungsmittel von Herrn und Frau Österreicher ins Rampenlicht. Traditionelles Backhandwerk aus ganz Österreich – und damit einige seltene Schätze aus der Brot-Schatztruhe unseres Landes – wird von Handwerksbäckern aus ganz Österreich an einem einzelnen Ort präsentiert. Nähere Infos dazu findest du unter www.krusteundkrume.at.

Kruste & Krume
Das nächste Brotfestival “Kruste & Krume” findet am 10. März 2018 in Wien statt

Barbara van Melle als Leiterin von Slow Food Wien war auch Impulsgeberin für die Brothandwerker und unterstützt uns – vor allem durch ihre Öffentlichkeitsarbeit in Sachen ehrliches Brot und ihre unendliche Leidenschaft für dieses herrliche Lebensmittel.

Barbara van Melle
Barbara van Melle – B(r)otschafterin in Sachen Slow Baking

Wer sich im Detail für’s Brotbacken interessiert und sich näher mit diesem Thema beschäftigen möchte, kann auch in Barbara van Melle’s aktuellem Buch „Der Duft von frischem Brot“ schmökern und dort zahlreiche Rezepte von verschiedenen österreichischen Bäckermeistern finden … und selbstverständlich auch nachbacken.”

“Oder … “, so Martin Wienerroither mit einem Augenzwinkern, ” … du nimmst an einem der BACK.WERK.STATT-Kurse vom Wienerroither teil und lernst das Handwerk in unserer Pörtschacher Backstube direkt vom Bäckermeister.”

Welche Möglichkeiten gibt es, mit euch Brothandwerkern in Kontakt zu treten?

“Na, einfach vorbeischauen! 😀

Nein, im Ernst – das ist natürlich nur eine Möglichkeit. Wir stecken im Augenblick– gemeinsam mit Eckart Mandler – mitten in der Arbeit an unserer Homepage und unserem Social Media Auftritt, aber einstweilen könnt ihr natürlich bei jedem einzelnen Brothandwerker online reinschauen – bei uns stehen z.B. die Wienerroither Homepage, unser Blog, FB, Instagram, Google+, Pinterest, und unser YouTube-Kanal zur Verfügung.

Und da gibt es ja auch noch unseren Brotschafter – eine Zeitung, in der du interessante Infos zu uns und unserem Brot nachlesen kannst. Die jeweils aktuelle Ausgabe liegt bei allen Brothandwerkern zur freien Entnahme auf. Also bitte macht gerne Gebrauch davon.

Wir möchten es schließlich jedem einzelnen unserer Kunden ermöglichen, gut informiert seine Einkaufsentscheidungen zu treffen.

Denn … was wir essen, wird schließlich ein Teil von uns und verdient daher ganz besondere Aufmerksamkeit.”

Das meint dein Bäck’ vom See – Martin Wienerroither

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